Dachmarke Südtirol

Nutzungsbedingungen für die Dachmarke

Die Dachmarke Südtirol ist eine markenrechtlich geschützte Wort-Bild Marke. Die Nutzung der Dachmarke setzt eine autorisierte Registrierung voraus. Wird die Dachmarke und deren Elemente wie beispielweise die Südtirol Type ohne Erlaubnis verwendet so können Sanktionen vorgesehen werden.

Das Dachmarkenreglement ist das Dokument, in dem die Regeln für die Benutzung der Dachmarke publiziert sind. Die Nutzer der Dachmarke werden darin als "Lizenznehmer" bezeichnet. Eine der Voraussetzungen um als Lizenznehmer registriert zu werden, ist die Fähigkeit, die Positionierung des Landes zu festigen.

Die Dachmarke darf in der so genannten fixierten Applikation von Unternehmen aus dem Tourismus genutzt werden.

Für zur Marke passende Artikel besteht die Möglichkeit, die Dachmarke Südtirol kommerziell zu nutzen. Die Markenartikel (Merchandisingartikel) müssen sich durch Image-Affinität zur Dachmarke Südtirol sowie hochwertige Qualität auszeichnen. Ein gegenseitiger positiver Imagetransfer potenziert im Sinne des Synergiemarketings die beiderseitige Markenpositionierung. Voraussetzung für die Vermarktungsrechte ist ein kostenpflichtiger Produktlizenzvertrag mit der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol.

Für die gewerbliche Wirtschaft und Industrie ist das Standortzeichen "Ein Unternehmen aus Südtirol" vorgesehen.

Landwirtschaftliche Produkte nutzen aufgrund von EU-Richtlinien das Qualitätszeichen "Qualität Südtirol". Ausnahmen bilden Apfel- und Speckwirtschaft, die aufgrund ihrer außerordentlichen Qualität einen besonderen EU-Schutz genießen, ebenso die Weinwirtschaft.

Reglement
BESCHLUSS DER LANDESREGIERUNG NR. 1356 VOM 06.09.2011
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Fixierte Applikation

Destinationsmarke
Die fixierte Applikation der Dachmarke ist für touristische und branchennahe Unternehmen und Organisationen vorgesehen.
Bei dieser Variante bilden das Dachmarkenzeichen (Wortbildmarke) und das Panorama eine untrennbare Einheit. Die fixierte Applikation ist primär für das Co-Branding vorgesehen. Das heißt, sie ersetzt nicht die Eigenmarken/-logos, sondern gibt diesen ein Dach und steht mit diesen in einer inhaltlichen und visuellen Verbindung.

Wer darf die fixierte Applikation verwenden?
  • Tourismusverband, Tourismusverein, Ferienspezialist (z.B. Hotelkooperation)
  • Beherbergungs- oder Gastronomiebetrieb und andere touristische Dienstleister (z.B. Incomingagentur)
  • Event, Freizeitanbieter
  • Institutionen (IDM Südtirol, sachzuständige Landeseinrichtungen)
  • Hersteller von Lebensmitteln mit g.g.A. oder DOC
  • Werbeagentur, Grafikstudio (für Kundenaufträge)
  • Sponsoringpartner
  • Hersteller von Südtirol-gebrandeten Merchandisingartikeln

Modulare Applikation

Modulare Applikation
Die modulare Applikation steht für den Markenaufbau.
Die Verwendung der Dachmarke in der modularen und angeschnittenen Version ist der institutionellen Ebene vorbehalten, demnach der IDM Südtirol, sowie den sachzuständigen Abteilungen der Autonomen Provinz Bozen. Auch ist es diesen erlaubt, die Basiselemente der Dachmarke einzusetzen.

Wer darf die modulare Applikation verwenden?
  • Institutionen (IDM Südtirol, sachzuständige Landeseinrichtungen)
  • Werbeagentur, Grafikstudio (für Kundenaufträge)
  • Hersteller von Südtirol-gebrandeten Merchandisingartikeln

Qualität Südtirol

Qualitätszeichen Südtirol
Das Qualitätszeichen "Qualität Südtirol" steht für geprüfte Qualität bei landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln.
Es bürgt für die Herkunft aus Südtirol und für eine Qualität, die deutlich höher ist als es der gesetzliche Standard vorsieht. Unabhängige und zertifizierte Kontrollstellen prüfen die Einhaltung der Qualitätsvorschriften.

Das Qualitätszeichen ist Teil der Südtiroler Strategie zur Qualitätssicherung im Lebensmittelbereich. Mit dem Landesgesetz Nr. 12/2005 werden jene Produkte gefördert, die dem Verbraucher ein hohes Qualitätsniveau und eine transparente Rückverfolgbarkeit gewährleisten. Produkte, die das Qualitätszeichen, g.g.A. (geschützte geografische Angabe) oder eine g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) tragen, sind Garanten für geprüfte Qualität aus Südtirol.

Wer darf das Qualitätszeichen verwenden?
  • Institutionen (IDM Südtirol, sachzuständige Landeseinrichtungen)
  • Produzenten von Lebensmitteln mit dem Qualitätszeichen Südtirol
  • Werbeagenturen, Grafikstudios (für Kundenaufträge)

Modulare Applikation

Modulare Applikation - Qualitätszeichen Südtirol
Die modulare Applikation steht für den Markenaufbau.
Die Verwendung der Dachmarke in der modularen und angeschnittenen Version ist der institutionellen Ebene vorbehalten, demnach der IDM Südtirol, sowie den sachzuständigen Abteilungen der Autonomen Provinz Bozen. Auch ist es ihnen erlaubt, die Basiselemente der Dachmarke einzusetzen.

Wer darf die modulare Applikation verwenden?
  • Institutionen (IDM Südtirol, sachzuständige Landeseinrichtungen)
  • Werbeagenturen, Grafikstudios (für Kundenaufträge)

Grundregeln für die Verwendung des Qualitätszeichens

Das Land Südtirol fördert den Absatz und die Bewerbung heimischer Lebensmittelerzeugnisse, muss dabei allerdings die Regeln des Gemeinschaftsrechts respektieren. Im Wesentlichen sind es folgende Grundregeln:

  • Lebensmittel dürfen Herkunftsangaben (wie "Südtirol") nur unter bestimmten Voraussetzungen tragen. Dies gilt für Lebensmittel, die direkt oder indirekt öffentlich unterstützt werden. Zur öffentlichen Unterstützung zählt die Förderung jeglicher Art, aber auch das Tragen einer öffentlichen Marke wie das Qualitätszeichen "Qualität Südtirol" oder die Dachmarke Südtirol.
  • Bei Erzeugnissen mit einer g.g.A. (geschützten geografischen Angabe) oder g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) erkennt die EU an, dass zwischen Herkunft und Qualität ein Zusammenhang besteht. Daher dürfen diese Erzeugnisse die eingetragene Herkunft (aber keine andere) verwenden : Südtiroler Speck darf "Südtirol" verwenden.
  • Erzeugnisse ohne g.g.A. oder g.U. dürfen – obwohl bei diesen die EU keinen Zusammenhang zwischen Herkunft und Qualität anerkennt – ebenso auf die Herkunft hinweisen. Allerdings muss bei diesen Erzeugnissen die Qualitätsbotschaft im Vordergrund stehen. Für diese Qualitätserzeugnisse wurde das Qualitätszeichen "Qualität Südtirol" entwickelt. Das Qualitätszeichen darf nur für jene Produkte verwendet werden, die bestimmten Qualitätsanforderungen entsprechen.
  • Erzeugnisse, die weder ein Qualitätszeichen noch eine g.g.A. oder g.U. tragen, dürfen im Sinne von Punkt 1 keinen Hinweis auf die Herkunft des Produktes enthalten.
  • Bei Erzeugnissen, die das Qualitätszeichen tragen, muss die Qualitätsbotschaft immer übergeordnet sein. Der Hinweis auf den Ursprung darf nicht den eigentlichen Grund darstellen, warum der Verbraucher zum Kauf des Produkts animiert wird. Der Ursprungshinweis muss also eine untergeordnete Werbebotschaft darstellen. Deswegen erfolgt der Hinweis auf den Ursprung bzw. die Herkunft bei diesen Erzeugnissen grundsätzlich ausschließlich über das Qualitätszeichen. Einzige Ausnahme kann sein, wenn der Aspekt der "geprüften Qualität" durch andere Elemente deutlich in den Vordergrund gerückt wird: Dadurch eröffnen sich neue Spielräume für die Kommunikation der Herkunft. Um zu bewerten, ob die Qualitätsbotschaft übergeordnet ist, muss auf die Gesamtbedeutung von Text und/oder Symbolen (einschließlich Bildern und Darstellungen) geachtet werden. Dies gilt für Werbeanzeigen und TV-Spots genauso wie für Verpackungen.
  • Werbemaßnahmen zugunsten einzelner Unternehmer/Hersteller dürfen weder direkt noch indirekt gefördert werden. Ebenso dürfen bei öffentlich geförderten Werbemaßnahmen auch keine bestimmte Unternehmen oder deren Produkte genannt werden. So zum Beispiel darf in einer Werbeanzeige, die öffentlich gefördert ist, kein Hinweis auf einen bestimmten Unternehmer oder dessen Produkt stehen.
Insgesamt gehören heute folgende Produktgruppen zu den Qualitätsnahrungsmitteln:
Hintergrundinformationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen finden Sie hier:

Landesgesetz 22. Dezember 2005, Nr. 12

 

Pflichtenhefte der Sektoren

Für jedes Erzeugnis oder jede Erzeugniskategorie, für das bzw. die das Qualitätszeichen "Qualität Südtirol" verwendet werden darf, arbeitet eine eigens für den Sektor eingesetzte Fachkommission ein spezifisches Pflichtenheft aus. Der Direktor der zuständigen Landesabteilung genehmigt das Pflichtenheft nach Einholen des Gutachtens des Qualitätskomitees.

Das Pflichtenheft enthält folgende Bestimmungen:
  • die Qualitäts- und Herkunftskriterien, die für die entsprechende Erzeugniskategorie vorgesehen sind
  • die Kontrollbestimmungen
  • die Sanktionen
  • die Art und Weise der Anwendung des Qualitätszeichens "Qualität Südtirol"

Die Erzeugnisse müssen Kriterien oder Normen entsprechen, die deutlich höher oder spezifischer sein müssen als jene, die in den diesbezüglichen Bestimmungen der Gemeinschaft oder des Mitgliedsstaates festgelegt sind.

Das Pflichtenheft berücksichtigt insbesondere auch Qualitätskriterien zum Produktionsverfahren, zum Anbau sowie zur artgerechten Tierhaltung und zum artgerechten Tiertransport.
 

Kontrollen

Die Qualität der land- und ernährungswirtschaftlichen Erzeugnisse wird durch ein offenes Kontrollprogramm gewährleistet.

Das Kontrollprogramm wird für jede Erzeugniskategorie – unter Beachtung der Pflichtenhefte für die einzelnen Kategorien – von einer unabhängigen und akkreditierten Kontrollstelle durchgeführt. Diese wird von der Vereinigung, der Organisation oder dem Konsortium der Erzeuger der jeweiligen Kategorie beauftragt und muss die Kompetenz zur Durchführung der Kontrollen nach den gültigen europäischen Normen nachweisen können.

Aufnahmekontrolle

Nach Eintreffen des Gesuches wird immer eine Aufnahmekontrolle durchgeführt. Dabei wird überprüft, ob der Betrieb über ausreichende räumliche, hygienische und technische Voraussetzungen verfügt, um Produkte in der erforderlichen Qualität erzeugen, lagern, verpacken, abfüllen und vermarkten zu können.

Erhaltungskontrolle

In den Folgejahren werden die einzelnen Betriebe periodisch überprüft. Diese Kontrolle wird in mehrere Phasen unterteilt:

Betriebskontrolle
Bei der Betriebsbesichtigung wird das Hauptaugenmerk nochmals auf die hygienischen Zustände und die technische Ausstattung des Betriebes gelegt.

Herkunftskontrolle
Über das System der Rückverfolgbarkeit wird die Herkunft der Produkte überprüft. Dabei muss klar und deutlich ersichtlich sein, dass die Produkte aus Südtirol stammen.

Dokumentenkontrolle
Bei der Dokumentenkontrolle wird in erster Linie das Betriebsheft überprüft, in welchem die Pflanzenschutz- und Pflegemaßnahmen aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen müssen vollständig, nachvollziehbar und lückenlos sein. Auch eventuell erforderliche Bodenanalysen und Wartungspläne werden in diesem Zusammenhang überprüft.

Produktkontrolle
Ein wichtiger Bestandteil ist die Kontrolle des Produktes. Dabei wird vor Ort eine visuelle Qualitätskontrolle durchgeführt, um die äußeren Qualitätsmerkmale zu bewerten. Für die Ermittlung der inneren Werte bzw. der Rückstandshöchstwerte werden Produktproben entnommen, welche in speziellen Labors untersucht werden. Bei bestimmten Produkten werden zudem Proben zur Überprüfung der sensorischen Werte entnommen.

Die Fachkommissionen

Für jedes Erzeugnis oder jede Erzeugniskategorie, für das bzw. die das Qualitätszeichen "Qualität Südtirol" genutzt werden darf oder die in den Anwendungsbereich des Gesetzes für das Qualitätszeichen fallen, setzt der Direktor der zuständigen Landesabteilung eine Fachkommission ein.

Diese setzt sich aus höchstens neun Mitgliedern zusammen, wobei die VertreterInnen der Erzeuger bzw. der Qualitätszeichennutzer die Mehrheit bilden. Die übrigen Mitglieder vertreten die Erzeugervereinigungen oder die Interessengruppen der entsprechenden Erzeugniskategorie.

Die Aufgaben der Fachkommission

  • Sie arbeitet das Pflichtenheft mit den Qualitäts- und Herkunftskriterien aus und unterbreitet es mit dem Gutachten des Qualitätskomitees dem Direktor der zuständigen Landesabteilung zur Genehmigung.
  • Sie arbeitet das Muster für den Zeichennutzungsvertrag aus und unterbreitet dieses, nach Prüfung seitens des Qualitätskomitees, dem Direktor der zuständigen Landesabteilung zur Genehmigung;
  • Innerhalb von 30 Tagen kann sie dem Direktor der zuständigen Landesabteilung eine Stellungnahme zum Gutachten der unabhängigen Kontrollstelle im Hinblick auf die Erteilung, die Verweigerung oder den Widerruf der Berechtigung zur Zeichennutzung zukommen lassen.
  • Sie erstellt das jährliche Erzeugnis bezogene Werbeprogramm.
  • Sie legt fest, auf welche Weise und in welchem Ausmaß die ZeichennutzerInnen sich - unter Beachtung des Gemeinschaftsrechts - an den jährlichen Kosten der Erzeugnis bezogenen Werbung beteiligen müssen.

Standortzeichen Südtirol

Ein Unternehmen aus Südtirol
Das Standortzeichen wird vom produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen verwendet.
Es darf ausschließlich in der Unternehmenskommunikation (Geschäftspapier, Visitenkarten, Türschild, Webseite) eingesetzt werden. Es muss klar dem Unternehmen zugeordnet sein und darf deshalb grundsätzlich nur in Verbindung mit dem Adressblock stehen. Nur so erfüllt das Standortzeichen seinen Zweck: Die Zuordnung zum Standort Südtirol. Die Bewerbung von Produkten des Unternehmens mit dem Standortzeichen ist nicht zulässig. Das heißt, das Standortzeichen darf nicht auf Produkten, Produktverpackungen, Preisschildern oder Etiketten platziert werden. Beim Einsatz auf Webseiten muss das Standortzeichen auf die Seite www.suedtirol.info verlinken.

Wer darf das Standortzeichen verwenden?
  • Unternehmer im produzierenden Gewerbe oder Dienstleister
  • Institutionen (IDM Südtirol, sachzuständige Landeseinrichtungen)
  • Werbeagenturen, Grafikstudios (für Kundenaufträge)